Freizeitkrankheit: In den Feiertagen ans Bett gefesselt?

Viele Leute kennen das. In der Zeit vor Weihnachten will noch alles unter Dach und Fach gebracht werden. Vorbereitungen für Heiligabend, Endspurt im Job vor dem Jahresende, Urlaubsplanung und so weiter. Dann kommen die Feiertage und man hat endlich Zeit zum Entspannen. Ausgerechnet dann erwischt einen eine Erkältung und man verbringt die Urlaubszeit ans Bett gefesselt.
Im Urlaub krank ans Bett gefesselt

Dabei hat man es sich doch so schön vorgestellt. Nach einer Zeit voller Belastungen die Seele baumeln lassen, vielleicht sogar eine Reise genießen mit anregenden Freizeitaktivitäten, viel Sonne, frischer Bergluft und gutem Essen. Und dann quälen einen Kopfweh, Schnupfen, Halsschmerzen, Husten, verquollene Augen und erhöhte Temperatur. Kulinarische Genüsse bleiben dank der Appetitlosigkeit auch auf der Strecke. Die Aussicht aus dem Hotelzimmer ist das Einzige, was von der traumhaften Vorstellung übrigbleibt. Und man wartet nur darauf, dass der verpatzte Urlaub endlich wieder vorbei ist.

Der sogenannten „Leisure Sickness“ – so wurde diese Erscheinung von niederländischen Psychologen getauft – sind Wissenschaftler schon seit einer Weile auf der Spur. Sie wollen eine Erklärung für das Phänomen finden. Die „Freizeit-Krankheit“ ist in westlichen Ländern recht häufig zu beobachten und in den letzten Jahren im Steigen begriffen.

Wie kommt es zur Freizeitkrankheit?

Besonders jene, die einer hohen Arbeitsbelastung ausgesetzt und besonders im Hinblick auf ihre Arbeit sehr verantwortungsbewusst sind, sind äußerst anfällig dafür, in ihrer Freizeit krank zu werden. Viele nehmen wegen des dauernden Stresses gar nicht wahr, wie es ihnen körperlich eigentlich geht. Und der Körper wird zugunsten des Pflichtbewusstseins und Ehrgeizes ständig überlastet. Stresshormone werden am laufenden Band in die Blutbahn ausgeschüttet – das hat zur Folge, dass man die Überlastung nicht bemerkt. Man funktioniert auf Kosten der eigenen Ressourcen, obwohl eigentlich Regeneration angesagt wäre.

Was die Freizeitkrankheit genau verursacht, darüber wird diskutiert. Ein Erklärungsansatz meint, dass das Immunsystem bei Stress auf Hochtouren arbeitet und wir dann, wenn der Stress nachlässt, anfällig auf eine Erkältung werden. Der andere Ansatz geht davon aus, dass das Immunsystem zu Stresszeiten gehemmt wird und wir dann mit den Erkältungssymptomen erst wieder merken, wenn das Immunsystem den Kampf mit den Erregern aufgenommen hat.

Leisure Sickness als Warnsignal

Ein verpfuschter Urlaub ist natürlich schade – es ist aber nicht das Einzige, worum man sich in diesem Zusammenhang Sorgen machen sollte. Denn einerseits bringt ein Urlaub mit Krankheit erst wieder keine echte Erholung. Und unter Umständen kommt es soweit, dass man sich schon vor dem nächsten Urlaub fürchtet, weil man da wieder krank werden könnte. Andererseits ist die Freizeitkrankheit ein Warnsignal. Diejenigen, die nicht auf dieses Überlastungszeichen reagieren, laufen Gefahr in ein Burnout oder eine Depression zu schlittern bzw. psychosomatische Erkrankungen zu entwickeln.

Was kann man akut tun?

Was Sie gegen die Erkältung tun können, lesen Sie am besten in den letzten beiden Blogbeiträgen nach: Guten Appetit – gute Besserung! und Halsschmerzen – Erkältung im Anmarsch. Doch damit die Freizeitkrankheit nicht wieder zuschlägt, braucht es eine prophylaktische Einstellungsänderung.

Was kann man tun, um vorzubeugen?

Perfektionistisch veranlagte Menschen, die in Bezug auf das Syndrom gefährdet sind, können auch in ihrer Freizeit nicht abschalten. Gelassenheit muss man gerade als Getriebener erst wieder lernen. Meditation, Yoga oder progressive Muskelentspannung können Sie dabei unterstützen.

Je weniger man sich entspannt, desto schwerer fällt es einem – bauen Sie deshalb Freizeitaktivitäten bewusst in den Alltag ein. Machen Sie bei der Arbeit kurze Pausen – so können Sie sich kurzzeitig ablenken, um dann wieder frischer ans Werk zu gehen.

Freizeit sollte für Sie eine Chance sein, sich zu erholen. Denken Sie darüber nach, was Ihnen gut tut. Oft können es schon einfache Dinge sein, die Ihnen helfen sich zu entspannen, z.B. ein gemütliches Abendessen oder ein wohltuendes Bad.

Freizeit soll Freizeit bleiben.

Heutzutage ist man durch die moderne Technik fast immer erreichbar. Achten Sie darauf, dass Sie Bereiche für sich gewinnen, in denen die Arbeit keinen Zugang hat. Lassen Sie sich nicht dazu hinreißen, im Restaurant schnell mal Mails zu checken oder am Laptop zu arbeiten, wenn Sie eigentlich nur das Essen genießen wollen.

Nehmen Sie nicht nur die Verantwortung gegenüber Ihrer Arbeit wahr, sondern auch die gegenüber sich selbst. Sie sind dafür verantwortlich, dass es Ihnen gut geht. Achten Sie auf ausreichend Schlaf, eine gesunde, ausgewogene Ernährung und viel Bewegung in der Natur. Eine gewisse Sportlichkeit lässt sich leicht im Alltag realisieren. Gehen Sie zu Fuß, fahren Sie Fahrrad oder nehmen Sie die Treppen statt den Lift. Zweimal in der Woche sollte sich idealerweise eine halbe Stunde Ausdauersport ausgehen.

Auch wenn es schwerfällt – versuchen Sie, die Arbeit nicht als das Wichtigste im Leben zu definieren. Das hängt natürlich auch mit Arbeit an der eigenen Identität zusammen. Wenn Ihr ganzes Ego an Ihrer Leistung hängt, werden Sie abhängig davon und eine leistungsfreie Zeit wird als belastend empfunden. Familie und Freizeit können Ihnen die nötige Balance geben, damit Sie nicht umkippen, wenn die Arbeit als Stütze für einige Tage ausfällt.

Räumen Sie sich Urlaub ein, in dem Sie sich auch wirklich erholen können. Es sollte ein völliges Wegkommen aus dem System Arbeit sein. Mindestens zwei Wochen am Stück garantieren, dass Sie alle Stresshormone auch wirklich abbauen können.

Mit diesen Tipps steht mehr Gelassenheit im Alltag und einem Urlaub voller Gesundheit nichts im Wege. Wir wünschen gutes Gelingen und schöne, erholsame Feiertage!

Hinweis:

Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen dieses Medizinproduktes informieren Gebrauchsanweisung, Arzt oder Apotheker.

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