Sprechen Sie Hochdeutsch?

Nachrichtensprecher oder Moderatoren, die wir im Radio oder im Fernsehen hören, sprechen ohne Dialekt. Sie sprechen das, was wir gerne als Hochdeutsch bezeichnen. Doch wie haben sie sich dieses Hochdeutsch angeeignet und was gilt eigentlich als Hochdeutsch?
Sprechen Sie Hochdeutsch oder die deutsche Bühnenhochlautung?

Die deutsche Hochlautung

Wenn Menschen eine Sprechausbildung machen, um damit eine geschliffene Aussprache für verschiedenste Zwecke, eine souveräne Atemtechnik oder einen volleren Klang der Stimme zu erlernen, üben sie auch eine bestimmte Art der Aussprache ein.
In einem bekannten Standardwerk für das Erlernen dieser Aussprache, dem „Sprechtechnischen Übungsbuch“ von Vera Balser-Eberle, schreibt die Stimmexpertin von stimme.at, Ingrid Amon, im Vorwort:
„Man darf ruhig hören, woher Sie kommen. Man darf aber auch hören, dass Sie nicht dort stehen geblieben sind.“ Und als Ziel für den sprechtechnischen Übungsparcours nennt sie „ein gepflegtes, präzises, gut klingendes, möglichst dialektungebundenes Hochdeutsch“ oder auch das Erlernen „einer möglichst dialektfreien deutschen Hochlautung“. Besonders wichtig ist diese Sprechausbildung natürlich für Schauspieler – sie macht den Unterschied zwischen einem begabten Laien und einem professionellen Schauspieler aus.

Wer legt die deutsche Aussprache fest?

Für die Aussprache gibt es ein Standardwerk von Theodor Siebs, anhand dessen man die Aussprache der deutschen Schriftsprache normieren wollte. Unter dem Titel „Deutsche Bühnenaussprache“ und später „Deutsche Aussprache“ wurden Normen vorgeschlagen, die sich allerdings oft an norddeutschen Konventionen orientierten. In den 1950er-Jahren hat man deshalb auch ein „Österreichisches Beiblatt“ zu Siebs Standardwerk für den Unterricht eingeführt.
Für uns Österreicher ist es zum Beispiel eher ungewöhnlich einen s-Laut am Anfang des Wortes stimmhaft auszusprechen. In der Bühnenhochlautung enden Wörter wie „König“ oder „zwanzig“ mit „ch“ (wie bei „ich“) – in der österreichischen Umgangssprache sprechen wir die Endung –ig eher mit „k“ aus.
Die Normen und Regeln von Siebs wurden also im Laufe der Zeit weiterentwickelt und der Sprecher-Realität etwas mehr angepasst.

Hochdeutsch – gibt es das überhaupt?

In der Sprachwissenschaft ist mit „Hochdeutsch“ ursprünglich eine Gruppe von Mundarten in Mittel- und Süddeutschland gemeint. Das, was wir in der Umgangssprache mit dem Begriff „Hochdeutsch“ verbinden, nennt man wissenschaftlich auch „Standardsprache“. Im Deutschen gibt es aber nicht das eine Hochdeutsch, sondern man unterscheidet verschiedene Zentren und deren Varianten von Standarddeutsch: das bundesdeutsche, das österreichische und das schweizer Hoch- oder Standarddeutsch. Alle drei unterscheiden sich in Aussprache, Wortschatz, Satzbau, Wortbildung und sogar bei den kleinsten Teilen wie Endungen.
Was zur Standardsprache, also dem österreichischen Hochdeutsch gehört, legt bei uns das österreichische Bildungsministerium fest. Als Nachschlagewerk gibt es das Österreichische Wörterbuch.

Hochdeutsch als Muttersprache?

Die Herkunft eines Sprechers schlägt sich natürlich in der Sprache nieder. Das sollte man aber nicht als Defizit sehen. Im Endeffekt kann man beruhigt feststellen – kein Mensch mit Deutsch als Muttersprache ist frei von Dialekt oder regionalen Färbungen. Denn Hochdeutsch gibt es als Muttersprache nicht.
Gelegentlich hat man die Sprecher im Raum Hannover als diejenigen identifiziert, deren Umgangssprache der Schriftsprache am nächsten kommt. Ob man die deutsche Hochsprache aber nun mit der Muttermilch aufsaugen kann oder nicht – Hochdeutsch ist im Allgemeinen kein Geburtsvorteil, sondern eine Sprache wie andere auch und deren Aussprache mit etwas Training leicht zu lernen.

Nicht nur Sprecher und Schauspieler müssen neben ihrer Sprache ebenso ihre Stimme pflegen. Auch im Arbeitsalltag, wo die Stimme beansprucht wird, empfehlen wir und die erfahrenen Experten von Stimme.at isla®. Bestellen Sie sich hier eine kostenlose Probepackung!

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Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen dieses Medizinproduktes informieren Gebrauchsanweisung, Arzt oder Apotheker.

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